Rebel-Management-Training denkt nach!

Nadine Rebel

Sonntags-Gedanken

Frau steht auf der Bühne und guckt in den Spiegel, der nichts zeigt. Im Hintergrund ist Publikum schemenhaft erkennbar.

Vielleicht liegt Wahrheit im Sinne von Echtheit niemals in der völligen Gewissheit, sondern genau in diesem schmalen Zwischenraum — dort, wo Zweifel und Vertrauen gleichzeitig existieren dürfen, dort, wo man glauben muss.


Dieses Spiel geht nur „all in“, wenn Verletzlichkeit nicht mehr das Gegenteil von Sein ist, sondern Voraussetzung. Wer sich und nicht die Maske zeigt, geht hohe Risiken ein: Unverständnis, Verletzungen, Ablehnung.


Und vielleicht tragen viele Menschen genau diese Sehnsucht in sich: den Wunsch, wirklich sichtbar zu sein, während sie sich zugleich davor fürchten, was andere in ihnen erkennen könnten.


Hinzu kommt, dass Authentizität, Leidenschaft und Hingabe sich nur schwer in mathematische Formeln pressen lassen. Man kann sie nicht wirklich sehen, sie nicht nach Rang ordnen. Man kann daraus keine Kernkompetenz machen.


Ich stelle mir gerade ein Bewerbungsgespräch vor, in dem die Frage gestellt wird, was man zu bieten hat. Welche der oben genannten Eigenschaften bieten einen sofort berechenbaren Mehrwert für ein Unternehmen? Keine. Auch das Unternehmen muss glauben und vertrauen.


Es scheint, als würde das Leben manchmal verlangen, die Kontrolle aus der Hand zu geben, um echtes Vertrauen entstehen lassen zu können. Ohne Prüfung. Ohne Einordnung. Ohne Checkliste.


Leben eben.


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